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Ausführlicher Artikel zur Geschichte von Italien

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Inhaltsverzeichnis

Germanenreiche, Kirchenstaat und Byzanz

Nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reichs 476 (Römisches Reich) entstanden auf italienischem Boden germanische Nachfolgereiche. Zunächst übte der germanische Söldnerführer Odaker die Herrschaft aus. 493-553 bestand das ostgotische Reich; es unterlag Byzanz. Seit 568 fielen die Langobarden in Oberitalien ein und gründeten in Nord- und Mittelitalien ein Königreich, in Unteritalien die Herzogtümer Spoleto und Benevent, so dass Italien in einen langobardischen und einen byzantinischen Teil geteilt wurde. Der Papst rief gegen die langobardische Umklammerung die Franken zu Hilfe; die Pippinische Schenkung (754) sicherte ihm den Besitz von Rom, Perùgia und Ravenna, den Keim des späteren Kirchenstaats. Karl der Grosse vernichtete 774 das langobardische Königreich, machte das Herzogtum Spoleto zur fränkischen Mark und brachte Benevent in Lehnsabhängigkeit. Nur Unteritalien blieb byzantinisch. Im 9. Jahrhundert eroberten die Araber Sizilien. Durch die karolingische Reichsteilung von Verdun fiel Italien an Lotharingien. Die Herrschaft der Karolinger erlosch Ende des 9. Jahrhunderts.


Reichsitalien und Normannenstaat

962 unterlag Berengar von Ivrea Kaiser Otto I. Das Regnum Italicum blieb seit der Kaiserkrönung Ottos des Grossen bis zum Tod Friedrichs II. (962-1250) Teil des römisch-deutschen Kaiserreichs. Die Verleihung von Grafenrechten an die Bischöfe war die Grundlage der kaiserlichen Herrschaft. Widersacher waren das erstarkende Papsttum, zahlreiche Adlige und die aufblühenden Kommunen. Im Wormser Konkordat (1122) musste der Kaiser auf die Investitur der Bischöfe in Italien und Burgund verzichten. Während dieser Wirren gewannen die Städte immer grössere Unabhängigkeit von den Lehnsherren. Das feudale System erhielt sich nur in Savoyen und Friaul sowie im Kirchenstaat und dem nicht zum Reich gehörenden Süditalien.

In den byzantinischen Gebieten Siziliens und Kalabriens hatten sich im 9. und 10. Jahrhundert Sarazenen festgesetzt; im 11. Jahrhundert wurden diese Gebiete von Normannen erobert, die das Land 1059 vom Papst zu Lehen nahmen. Die normannischen Fürstentümer wurden 1130 von König Roger II. zu einem Staat moderner Prägung vereinigt. Im sog. Reichsitalien versuchte Friedrich I. auf dem Reichstag von Roncaglia (1158), die kaiserliche Herrschaft über die oberitalienischen Städte durchzusetzen, stiess aber auf den Widerstand des Lombardischen Städtebunds (Guelfen) und des Papstes. Der Friede von Venedig mit Alexander II. 1177 und der von Konstanz mit den Städten 1183 brachten nur einen Kompromiss: die von den Städten gewählten Bürgermeister (Podestà) wurden vom Kaiser bestätigt und die Reichsverwaltung durch die Einsetzung von Generalvikaren neu organisiert.

Die Heirat Kaiser Heinrichs VI. mit der Erbin des Normannenreichs, Konstanze, vereinigte zum ersten Mal seit dem Untergang Westroms fast ganz Italien unter einer Herrschaft. Papst Innozenz III. versuchte vergeblich, die staufische Einkreisung des Kirchenstaats zu durchbrechen. Heinrichs Sohn Friedrich II. konnte im Kampf mit Papst Gregor IX. und den lombardischen Städten die kaiserliche Herrschaft in Nord- und Mittelitalien erneut festigen. Nach seinem Tod (1250) und dem seines Sohns Konrad IV. (1254) konnte dessen Bruder Manfred sich noch bis 1266 (Schlacht bei Benevent) gegen den vom Papst zu Hilfe gerufenen Karl von Anjou behaupten. Mit der Hinrichtung Konradins in Neapel (1268) brach die staufische Herrschaft zusammen. Karl von Anjou verlor zwar durch die Sizilianische Vesper (1282) Sizilien an Peter von Aragón, vermochte aber ebenso wie seine Nachfolger seinen Einfluss über ganz Italien auszudehnen. Erleichtert wurde dies durch die Niederlage des Papsttums im Kampf mit Frankreich, die zum Babylonischen Exil der Kirche in Avignon (1309-1376) führte.


Renaissance

Die Versuche deutscher Kaiser, in Römerzügen die kaiserliche Gewalt wiederherzustellen, scheiterten ebenso wie der Versuch der Erneuerung der römischen Republik durch Cola di Rienzo 1347 an der wachsenden Selbständigkeit der Städte. So bildete sich das italienische Staatensystem des 14./15. Jahrhunderts: die Republiken Venedig und Genua, zunächst auch noch Florenz, die Fürstentümer der Visconti und Sforza (Mailand), der Este (Mòdena), Scaliger (Verona) u. a. Mit Beendigung des Schismas (1415) festigte sich auch der Kirchenstaat wieder. 1442 gewannen die sizilianischen Aragonesen Neapel zurück; in Florenz setzten sich die Medici durch, und nach dem Frieden von Lodi (1454) herrschte ein Gleichgewicht von 5 Mittelstaaten (Neapel-Sizilien, Florenz, Kirchenstaat, Mailand, Venedig). Im 13. und 14. Jahrhundert war Italien das wirtschaftlich führende Land Europas. Erst die Verlagerung des Welthandels an die Atlantikküsten leitete hier einen Umschwung ein. Mit Humanismus und Renaissance war Italien im 15. Jahrhundert führend in Kunst und Wissenschaft in Europa.


Herrschaft der europäischen Grossmächte

Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Ära des Gleichgewichts abgelöst durch den Machtkampf um Italien zwischen Frankreich, Spanien und den deutschen Habsburgern. Er endete in den beiden Friedensschlüssen von Cambrai 1529 und Cateau-Cambrésis 1559 mit der Niederlage der Franzosen und deren Verzicht auf Ansprüche in Italien. Unerschüttert blieben Venedig und Savoyen sowie der Kirchenstaat. Die florentinischen Medici wurden 1532 Herzöge und 1569 Grossherzöge von Toskana. Mailand kam bei der habsburgischen Länderteilung mit Neapel-Sizilien und Sardinien an Spanien.

Der neue Zustand der spanischen Vorherrschaft, verschärft durch den Machtrückgang Venedigs und Genuas, die ihre Aussenbesitzungen an die Türken verloren, dauerte bis zum Spanischen Erbfolgekrieg. Nur Savoyen-Piemont konnte sich zwischen Spanien und Frankreich erfolgreich behaupten. Es gewann im Utrechter Frieden 1713 Montferrat, Sizilien und die Königskrone; 1720 tauschte es Sizilien gegen Sardinien ein. Österreich erhielt Anfang des 18. Jahrhunderts Mantua und die Lombardei, Neapel und Sardinien, tauschte Sardinien 1720 gegen Sizilien, musste dies und Neapel aber 1734 an eine Nebenlinie der spanischen Bourbonen abtreten; eine andere Nebenlinie dieses Hauses regierte seit 1731 in Parma und Piacenza; nach dem Aussterben der Medici fiel Toskana 1737 an Franz Stephan von Lothringen, den Gemahl Maria Theresias, und damit an die Habsburger.

Die Französische Revolution zerstörte die im Aachener Frieden 1748 geschaffene Ordnung der italienischen Staatenwelt. 1802 entstand die Italienische Republik. Nach seiner Erhebung zum Kaiser liess sich Napoleon I. 1805 zum König von Italien krönen. Sein Stiefsohn Eugène Beauharnais war Vizekönig.

Piemont, Toskana, Genua und Rom wurden mit Frankreich vereinigt, Neapel kam 1806 an Napoleons Bruder Joseph Bonaparte, 1808 an seinen Schwager J. Murat. Nur in Sizilien und Sardinien hatten sich die bisherigen Dynastien behaupten können. Der Wiener Kongress stellte die alte Ordnung weitgehend wieder her: Venetien und die Lombardei fielen an Österreich; habsburgische Nebenlinien kamen in Toskana und Mòdena auf den Thron. Die Bourbonen kehrten nach Neapel und Parma-Piacenza zurück, der Kirchenstaat wurde erneuert. Sardinien, um Genua vergrössert, blieb als einziger Staat unter einer nationalen Dynastie bestehen.


Risorgimento und Einigung

Die in den 1820er Jahren verstärkt einsetzende Reaktion gegen die nationalen und liberalen Bestrebungen führte 1830 zur Revolution, die sich nicht durchsetzen konnte und in verschärfter Reaktion endete. Dieser Misserfolg bewirkte in der Geschichte des Risorgimento den Übergang von terroristischen Aktionen zur Gründung der Volksbewegung des Giòvane Itàlia durch G. Mazzini und G. Garibaldi. Ihr Erhebungsversuch 1848/49 scheiterte infolge innerer Uneinigkeit, obwohl Karl Albert von Sardinien mit einer liberalen Verfassung sich an die Spitze der Bewegung gestellt hatte. Karl Albert dankte zugunsten seines Sohnes Viktor Emanuel II. ab; die Leitung der Aussenpolitik ging an C. Cavour über. Diesem gelang es mit französischer Unterstützung, die Staaten Mittelitaliens, die Romagna und das Königreich beider Sizilien durch Volksabstimmungen zum Anschluss an Sardinien zu gewinnen. 1861 entstand das neue Königreich Italien mit Turin, seit 1865 Florenz als Hauptstadt. Durch die Teilnahme am Preussisch-Österreichischen Krieg 1866 gewann Italien Venetien, während des Deutsch-Französischen Krieges 1870 Rom, das nunmehr Hauptstadt wurde.


Der Nationalstaat

Das neue Italien hatte weder Trient noch Venèzia Giùlia gewinnen können, was zu schweren Spannungen (Irredenta) mit Österreich führte, und es hatte für Frankreichs Hilfe mit der Abtretung von Savoyen und Nizza bezahlen müssen. Trotz des Gegensatzes zu Österreich schloss Italien 1882 den Dreibund mit Deutschland und Österreich-Ungarn, lockerte jedoch später die Bindungen und schloss geheime Neutralitätsverträge mit Frankreich (1902) und Russland (1909).

Wenig glücklich war die italienische Kolonialpolitik: 1881-1885 wurde am Roten Meer das Gebiet von Eritrea besetzt, 1889 die Somaliküste; der Versuch, Äthiopien zu unterwerfen, scheiterte in der Schlacht von Adoua 1896. Erst 1911/12 gelang die Erwerbung von Tripolis und der Cyrenaica in einem Krieg mit der Türkei; dazu erwarb Italien als Pfandbesitz Rhodos und die Inseln des Dodekanes.

Innenpolitisch war Italien belastet durch den sich verstärkenden Gegensatz zwischen dem agrarisch-feudalen Süden und dem industriell-bürgerlichen Norden sowie durch den Gegensatz zur Kurie, die das Ende der weltlichen Herrschaft des Papsttums nicht anerkannte. Eine soziale Entspannung setzte durch den Aufschwung der Wirtschaft seit Anfang des 20. Jahrhunderts ein, im Verhältnis Staat-Kirche durch die Lockerung der Haltung der Kurie unter Pius X. seit 1904. Nach der Ermordung König Umbertos I. (1900) und der Militärdiktatur des Generals L. Pelloux wurde seit 1903 G. Giolitti, gestützt auf die Liberalen, der führende Politiker, bis die Einführung des allgemeinen Wahlrechts eine Linksmehrheit unter A. Salandra ans Ruder brachte.

Trotz der Erneuerung des Dreibunds 1912 blieb Italien bei Ausbruch des 1. Weltkriegs neutral. Gegen die Kammermehrheit, aber unterstützt von Interventionisten unter Führung Mussolinis und G. d'Annunzios, erklärte Salandra Österreich am 23. 5. 1915, Deutschland am 28. 8. 1916 den Krieg. Der Friede von Saint-Germain 1919 brachte Italien die Brennergrenze, Görz, Triest, Istrien, Teile des Küstenlandes und Zara ein; auf Dalmatien und Fiume musste es zugunsten Jugoslawiens, auf die kleinasiatischen Mandatsgebiete zugunsten der Türkei verzichten.

Enttäuschung über den Friedensschluss und wachsende wirtschaftliche Schwierigkeiten führten zu innenpolitischer Radikalisierung und zum Aufstieg der von Mussolini gegründeten faschistischen Bewegung. Durch den Marsch auf Rom zwang Mussolini Viktor Emanuel III., ihm die Regierung zu übertragen (31. 10. 1922).


Das faschistische Italien

Mussolini festigte seine Macht im Innern durch Errichtung eines autoritären Staats und durch die Bereinigung des Verhältnisses zur Kirche in den Lateranverträgen von 1929 (revidiert 1984). 1935 griff er Äthiopien an. Wegen der deshalb verhängten Sanktionen des Völkerbunds im Abessinien (Äthiopien-)krieg näherte er sich dem nationalsozialistischen Deutschland: gemeinsame Teilnahme am Spanischen Bürgerkrieg 1936, Bildung der Achse Rom-Berlin (25. 10. 1936), Austritt aus dem Völkerbund und Beitritt zum Antikominternpakt (1937), Eroberung Albaniens April 1939, Stahlpakt mit Deutschland 22. 5. 1939. Vergeblich versuchte Mussolini beim Kriegsausbruch 1939 zu vermitteln, blieb zuerst neutral und erklärte Frankreich erst nach dessen Zusammenbruch am 10. 6. 1940 den Krieg. Nach Abschluss des Dreimächtepakts mit Deutschland und Japan (1940) eröffnete Italien erfolglos den Krieg gegen Griechenland und in Nordafrika. Ostafrika ging 1942 verloren, in Nordafrika hielt man sich mit deutscher Hilfe bis 1943. Nach der Landung der Alliierten in Sizilien wurde Mussolini am 25. 7. 1943 gestürzt und verhaftet, die faschistische Partei von der Regierung P. Badoglios aufgelöst. Am 3. 9. schloss Badoglio einen Waffenstillstand, dessen Verkündung zur deutschen Besetzung Italiens, zur Entwaffnung der italienischen Armee und zur Befreiung Mussolinis (12. 9.) führte. Im deutsch besetzten Teil organisierte Mussolini die Repùbblica Sociale Italiana. Nach der Befreiung Roms (4. 6. 1944) verzichtete Viktor Emanuel III. zugunsten seines Sohnes Umberto II. auf den Thron. Am 28. 4. 1945 wurde Mussolini von Partisanen ermordet, nach der deutschen Kapitulation die erste neue gesamtitalienische Regierung des Partisanenführers F. Parri gebildet.


Italien nach 1945

Durch den Pariser Frieden vom 10. 2. 1947 verlor Italien Rhodos und den Dodekanes an Griechenland, Istrien, die Küstenlande und Zara an Jugoslawien; es verzichtete auf alle Kolonien in Afrika. Eine Volksabstimmung am 12. 6. 1946 entschied sich für die Republik. Seit den Wahlen von 1948, die der Democrazia Cristiana (DC) unter A. De Gasperi die absolute Mehrheit brachten, war Italien bis 1953 politisch stabil. De Gasperi integrierte Italien in die westeuropäischen Gemeinschaften. 1954 wurde die Triest-Frage mit Jugoslawien gelöst; die Stadt Triest kam an Italien. Die Südtirol-Frage fand trotz des Gruber-De-Gasperi-Abkommens 1946 lange keine befriedigende Lösung.

Nach dem Verlust der Stimmenmehrheit der DC 1953 kam es zu häufig wechselnden Koalitionen bzw. Minderheitsregierungen; 1963 wurden erstmals die Sozialisten an der Regierung beteiligt; seither regierten häufig Mitte-links-Koalitionen. In den 1960er Jahren nahm Italien einen grossen wirtschaftlichen Aufschwung. Zugleich verschärfte sich der Gegensatz zwischen dem industrialisierten Norden und dem zurückgebliebenen Süden. Seit 1970 erschütterten Arbeitslosigkeit, Währungsverfall und Zerrüttung der öffentlichen Finanzen die wirtschaftliche Prosperität. Es häuften sich Terrorakte links- und rechtsextremer Gruppen (1978 Ermordung des DC-Vorsitzenden A. Moro durch Linksextremisten). Der Kommunistischen Partei (PCI) verschafften 1976 grosse Stimmengewinne eine Schlüsselstellung. Sie wurde praktisch Teilhaberin der Regierungsmacht. Die Frage ihrer direkten Regierungsbeteiligung wurde ein Hauptthema der innenpolitischen Auseinandersetzung. Bei den Wahlen 1979 und 1983 erlitt sie jedoch Rückschläge; der von ihr angestrebte historische Kompromiss (Koalition mit der DC) kam nicht zustande.

Innenpolitische Affären beschädigten zunehmend das Ansehen der etablierten politischen Kräfte. Seit 1981 regierte eine Fünfparteien-Koalition aus Christdemokraten, Sozialisten, Sozialdemokraten, Liberalen und Republikanern. Mit dem Republikaner G. Spadiolini übernahm erstmals ein Politiker das Amt des Ministerpräsidenten, der nicht der DC angehörte. Nach den Wahlen 1983 wurde PSI-Führer B. Craxi Regierungschef. Nach dessen Rücktritt kam es zu wechselnden Regierungen (Ministerpräsident 1989-1992 G. Andreotti) unter Beibehaltung der Fünfer-Koalition, aus der die Republikaner nach einer Regierungskrise 1991 ausschieden. Das innenpolitische Klima verschlechterte sich rapide. Die Wirtschaftsentwicklung wurde durch die hohe Staatsverschuldung blockiert.

In der Aussenpolitik engagierte sich Italien für die Europäische Union. 1992 wurde der Südtirolkonflikt mit Österreich auch völkerrechtlich für beigelegt erklärt. Bei den Parlamentswahlen im selben Jahr erlitt die DC schwere Verluste, blieb aber erneut stärkste Partei. Staatspräsident F. Cossiga erklärte kurz vor Ablauf der regulären Amtszeit seinen Rücktritt. Nachfolger wurde O. L. Scalfaro. Im Juni 1992 bildete der Sozialist G. Amato eine Koalitionsregierung aus Christdemokraten, Sozialisten, Sozialdemokraten und Liberalen. Inzwischen führte die Aufdeckung zahlreicher Korruptionsskandale zu einer Staats- und Parteienkrise. Im April 1993 sprach sich die Bevölkerung in einem Referendum für institutionelle Reformen aus. Im Anschluss an das Referendum trat die Regierung Amato zurück. Der parteilose Finanzfachmann C. A. Ciampi stellte ein neues Kabinett zusammen. In der Folgezeit veränderte sich die bereits durch Neugründungen bzw. Umbenennungen modifizierte traditionelle Parteienlandschaft radikal. Die seit dem 2. Weltkrieg tonangebende Democrazia Cristiana zerfiel in mehrere kleine Parteien. Bei vorgezogenen Neuwahlen im März 1994 gewann ein Rechtsbündnis unter Führung des Medienunternehmers S. Berlusconi die absolute Mehrheit. Berlusconi wurde neuer Ministerpräsident. Differenzen zwischen ihm und U. Bossi, dem Vorsitzenden der Lega Nord, führten sehr schnell zum Bruch der Koalition und zum Rücktritt der Regierung Berlusconi im Dezember 1994. Neuer Ministerpräsident wurde L. Dini, der frühere Generaldirektor der Bank von Italien. Sein Kabinett trat im Januar 1996 zurück. Vorgezogene Parlamentswahlen im April 1996 gewann das von den Reformkommunisten geführte Mitte-links-Bündnis L'Ulivo mit dem Spitzenkandidaten R. Prodi. Prodi wurde Ministerpräsident an der Spitze einer Minderheitsregierung. 1998 entzog das Parlament der Regierung Prodi das Vertrauen. M. D'Alema, Führer der postkommunistischen Linksdemokraten, bildete eine neue Mitte-links-Koalition. 1999 wurde C. A. Ciampi zum Nachfolger Scalfaros als Staatspräsident gewählt. Nach anhaltenden Unstimmigkeiten in der Regierungskoalition trat Ministerpräsident D'Alema im Dezember 1999 zurück. Nach kurzen Verhandlungen bildete er im gleichen Monat eine neue Mitte-links-Regierung. Bei den Regionalwahlen im April 2000 musste das Regierungsbündnis eine Niederlage hinnehmen. Daraufhin trat D'Alema endgültig zurück. Nachfolger wurde G. Amato (parteilos, früher Sozialist. Partei). Für die Parlamentswahlen im Mai 2001 nominierten die Regierungsparteien F. Rutelli, den Bürgermeister von Rom, als Spitzenkandidaten. Er konnte nicht verhindern, dass das von S. Berlusconi geführte Parteienbündnis Casa delle libertà in beiden Kammern des Parlamentes die absolute Mehrheit der Mandate gewann. Berlusconi wurde neuer Ministerpräsident an der Spitze einer Mitte-rechts-Koalition.



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