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Beliebte Fahrradstrecken in Italien für Rennrad und Mountainbike

aus Italien
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Italien ist eine Radsportnation mit erfolgreichen Profisportlern wie Fausto Coppi, Marco Pantanini oder Ivan Basso und neben der Tour de France zählt der Giro d’Italia zu den wichtigsten Rennen Europas. Das Land gehört zu den europäischen Nationen mit einer sehr grossen Fläche an Gebirgen, Bergen und hügeliger Landschaft und rund ein Viertel der Alpen sind auf italienischem Boden zu finden. Die Seealpen gehen über in die Apenninen und in Kalabrien dehnen sich die Berge von Küste zu Küste aus. Die Topografie des Landes beinhaltet einige Ebenen, die jedoch nur rund ein Drittel des Landes ausmachen. Das Klima ist sehr wechselhaft und im Frühling und Herbst kommt es häufiger zu grossen Mengen Niederschlag, während der Sommer sehr heiss und schwül ist und Temperaturen über 40 Grad in einigen Regionen keine Seltenheit sind.

Für Fahrradfahrer mit gehobenem Anspruch ist Italien eine Pflichtreise, denn auf der Halbinsel können sowohl Rennfahrer als auch Mountainbiker an ihre Grenzen gehen und in einmaliger Landschaft das Beste aus sich und ihrem Rad herausholen.


Verkehr und Ausrüstung in Italien

Je nach Provinz sind die Strassen mehr oder weniger stark befahren, doch leider herrscht in den bergigen Regionen ein hohes Verkehrskaufkommen, auch wenn die Superstradas, die Umgehungsstrassen ohne Maut, den Verkehr in einigen Teilen des Landes deutlich entlastet haben. Rennradfahrer sollten darauf achten, die asphaltierten Strassen zu nutzen, denn vor allem im Gebirge gibt es grössere Schäden im Asphalt, absackende Teile und in Stadtkernen die groben Pflasteroberflächen. Radwege sind mit 7500 Kilometern Länge im gesamten Land eher rar gesät, doch vor allem Mountainbiker kommen in den Bergregionen zum Zuge, wie in den Provinzen Trentino oder Aostatal. Die Poebene ist durch ihre flache Struktur für Rennradfahrer ebenso interessant wie die Toskana, aber auch die bergigen Regionen wie Trentino bieten Fahrspass für hohe Geschwindigkeiten an.

Kinder unter 14 Jahren müssen seit 2010 einen Helm tragen und Radfahrer bei Dunkelheit und ausserorts reflektierende Warnwesten anziehen. Die Helmpflicht ist in Europa und weltweit immer wieder diskutiert und in vielen Ländern zumindest für Kinder und Jugendliche eingeführt worden.

Durch die abwechslungsreichen Routen und die anspruchsvollen Steigungen empfiehlt es sich bei der Ausrüstung auf ausreichenden Schutz zu achten. Bei Fahrradhelmen unterscheiden die Hersteller zwischen zwei Sorten:

  • Weichschalen-Helm: Hartschaumschicht, geringes Gewicht, weniger robust
  • Hartschalen-Helm: harte Kunststoffschicht als Aussenschale, relativ hohes Gewicht, robuste Konstruktion

Für eine entspannte Tour in flacheren Regionen reicht eine Halbschale meist aus. Wer jedoch anspruchsvolle Trekking- und Mountainbiketouren angehen will, sollte sich über Full-Facehelme informieren, die neben dem Schutz für eine gute Belüftung und Aerodynamik sorgen. Sportscheck.ch erläutert welche Kriterien bei der Auswahl von Helmen zu berücksichtigen sind und welche Regeln für das Anprobieren gelten. Weitere Schutzmassnahmen sind Knie-, Schienbein- und Ellenbogenschoner, die individuell angepasst sein sollten. Auch im Strassenverkehr sollte der Helm getragen werden, denn obwohl es eine grosse Radsporttradition in Italien gibt, ist der Radverkehr vielerorts immer noch dem Autoverkehr unterlegen und einige Strecken sind für Radfahrer nur bedingt eingerichtet.

Mountainbiken in den Apenninen

Eine mehrtägige, anspruchsvolle Tour führt von Tivoli über Celano bis in die Küstenstädte Pineto und Pescara. In fünf bis sieben Tagen sind die rund 400 Kilometer langen Strecken zu bewältigen, die mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten, faszinierender Landschaft und vielseitigen Erholungsmöglichkeiten aufwarten. Allerdings sollten Biker im Frühling oder Herbst anreisen, am besten im Mai/Juni oder September/Oktober, denn der Sommer ist in dieser Region besonders heiss und trocken.

Tivoli liegt in der Provinz Rom der Hauptstadt Italiens und zeugt von zahlreichen Villen römischer Kaiser wie die Villa Adriana oder die Villa d’Este, welche durch den Kardinal Ippilito II in Auftrag gegeben wurde. In der Nähe der Stadt befinden sich die bekannten Tivoli-Fälle, die über 100 Meter hoch sind.

Ab Tivoli geht es in Richtung Castel di Tora, vorbei an kleineren Dörfern, die jedoch meist Schotterwege und unbefestigte Strassen besitzen. Einige Singletrails sind in den Pinienwäldern der Gegend abzufahren, bis das Ziel Castel di Tora am Lago di Turano, dem Stausee nahe der Abruzzen erreicht ist. Alternativen sind Colle di Tora oder Paganico, die direkt an das Naturreservat Monte Navegna e Monte Cervia angrenzen.

Weiter geht die Tour vom Stausee in Richtung Celano, vorbei an Tagliacozzo und Avezzano, in denen flache und bergige Strecken sich abwechseln. Ab Celano wird es sehr anspruchsvoll auf dem Weg nach Paganica oder ausweichend L’Aquila. Die Tour führt über den Monti Sireni, dem Serente-Velino Nationalpark und schlängelt sich durch enge Serpentinen.







Zwei weitere Streckenabschnitte führen von L’Aquila mit dem Naturschutzpark Gran Sasso, dem Spanischen Schloss „Castello Spagnolo“ und der Basilica di Santa Maria Di Collemaggio über den Monte Camicia und Castilenti bis ans Meer. Diese Strecke sollte an mindestens zwei Tagen durchgeführt werden und wer es ein wenig touristischer mag, kann von Pineto auch nach Pescara ausweichen mit seinem eindrucksvollen Hafen, dem faszinierenden Museum oder den zahlreichen Wassersportmöglichkeiten.

Weitere günstige Regionen für das Mountainbike sind Fahrten in den Dolomiten von Bruneck, über St. Vigil, Arabba und Agordo. St. Vigil ist nicht nur im Winter ein sehr beliebtes Skigebiet, auch im Frühling und Herbst zeigt sich auf einer Meereshöhe von 1200 Metern die Schönheit der Berge mit dem Naturpark Fanes-Sennes-Prags. Von St. Vigil nach Arabba passieren die Mountainbiker eindrucksvolle Berglandschaften, vorbei an Ciaminades, Funtanacia und Corvara. Von dort geht es vorbei am Col di Lana, hinunter bis zum Lago di Alleghe, der zum Verweilen und Verschnaufen einlädt. In Alleghe gibt es die „Wand der Wände“ Parete delle pareti, eine der grössten vertikalen Flächen des Bergsports und diverse Sportereignisse wie ein nächtliches Mountainbike-Bergzeitfahren. Diese Tipps für das Wandern in den Dolomiten sorgen für Abwechslung bei der Radtour. Weiter geht es über Cencenighe, am Wasser entlang vorbei am Lago del Ghirlo, über Taibon bis nach Agordo. Der malerische Ort besitzt einige interessante Bauwerke und sorgt für ausreichend Entspannung am Kanal.

Rennradstrecken quer durch das Land


Italien bleibt ein Paradies für Mountainbiker mit seinen zahlreichen Hügeln, Schotterpisten, Singletrails und Serpentinen. Doch auch Rennradfans können sich auf einige Routen gefasst machen, die sich jedoch meist an die fortgeschrittenen Fahrer wenden.

Die Toskana gilt als eine der beliebtesten Rennradgegenden, denn es gibt keine hohen Berge sondern mässig hohe Hügel und abwechslungsreiche Regionen. Für Anfänger sind einige Abschnitte ebenfalls sehr gut geeignet.

Eine anspruchsvolle Tour ist im Norden der Toskana zu finden, von Camaiore, über Seravezza, Ruosina, vorbei am Parco Alpi Apuane bis nach Castelnuove di Garfagnana und zurück über Gallicano und Loppeglia nach Camaiore. Camaiore bietet ein historisches Zentrum, eine alte Abtei aus dem 13. Jahrhundert und in der Nähe gelegen das Bildhauer- und Steinmetzzentrum Pietrasanta. Über Servazza geht es nach Ruosina, wo der Anstieg deutlich anzieht und eine kernige Naturlandschaft zu bewundern ist. Marmorsteinbrüche sind rechts und links an der Strecke zu bewundern und der Naturpark Alpi Apuane ist ein guter Standort für eine Rast. Die Abfahrt nach Castelnuove di Garfagnana ist durch ihr Gefälle nicht zu unterschätzen und vor Ort gibt es den Lago di Vagli, der 1953 aufgestaut wurde. Alle zehn Jahre wird er zu Reinigungszwecken abgesenkt, so dass das versunkene Dorf Fabbriche di Careggine wieder zum Vorschein kommt. Der See wird in folgendem Video portraitiert:



Eine weitere beliebte Gegend für Rennfahrer ist Trentino-Tirol, denn die Höhentouren sind besonders für Profis und Fortgeschrittene beliebt und gut ausgeschildert. Wer es hoch gelegen mag, nutzt die Strecke ab Volano, vorbei an Noriglio über die Serpentinen weiter nach Cisterna, Moietto und ab dort durch die Landschaft und Serpentinen in das Etschtal.

Von dort sind weitere Rennstrecken zum Passo Sommo auf 1341 Metern Höhe zu erreichen, in Verbindung zum Passo Coe auf 1620 Metern. Die Pässe sind äusserst anspruchsvoll und deshalb sollten Audauer und Kraft vor den Touren ausführlich trainiert sein. Ein Anstieg von 30 Kilometer kann durchaus drei Stunden andauern und der Wiegetritt ist bei vielen Steigungen anzuraten, aber nicht von jedem gut durchzuführen. Tipps für das Training gibt radsporttraining.de.

Sicherheit und Kontrolle

Für die Fahrten in Italien gilt für Rennrad- und für Mountainbikefahrer: Kontrolle und Sicherheit stehen an erster Stelle. Besonders für die Bergtouren müssen Fahrer und Fahrrad gut aufeinander abgestimmt sein, um die zusätzliche Belastung für das Material und den Körper zu kompensieren. Der neuste Stand der Technik sind komplexe Dämpfungssysteme, die stufenweise die Schläge der Pisten absorbieren und für eine noch bessere Kontrolle bei Auf- und Abfahrten sorgen. Dazu kommen neu entwickelte Gleitlager, welche die Umwelteinflüsse Wasser, Schlamm, Sand oder Öl sehr gut abfangen können und eine bessere Verschleissquote besitzen. Vor der Fahrt sind vor allem die Bremsen zu testen, ob diese entlüftet sind oder ob die Beläge für die anstehende Tour noch ausreichen. Speichenspannung inklusive Ersatzspeichen, Schraubenstand und Zugspannung der Schaltung dürfen auf der Checkliste nicht fehlen. Das Lager ist am besten von einem Profi zu überprüfen, denn bei Verschleiss oder verzogenen Teilen sind Stürze fast schon vorprogrammiert.

Italien eignet sich für ausgedehnte Rennrad- oder Mountainbiketouren mit vielseitiger Landschaft, kleineren und grösseren Ortschaften und Touren, die sich nach dem Leistungsvermögen der Fahrer richten. Mit der richtigen Ausrüstung und Vorbereitung kann der nächste Italienurlaub inklusive den anspruchsvollen Sportelementen kommen.


Bildquellen: 1) Pixabay.com © skeeze (CC0 1.0)
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