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Friaul-Julisch Venetien

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Friaul-Julisch Venetien

Die Hauptstadt dieser von der italienischen Verfassung festgelegten Region, die an das Veneto, an Österreich und an Jugoslawien grenzt, ist Udine. Die Region zählt einige wichtige, in Bezug auf Geschichte und Traditionen ziemlich unterschiedliche Zentren, darunter Görz, Triest und Pordenone. Die Wirtschaft ist landwirtschaftlich in der Ebene und in Hügelgebieten, voralpin und forst- und landwirtschaftlich in den Bergen. Hier fand vor der industriellen Entwicklung eine hohe Wanderung von Arbeitskräften statt, da die lokalen Ressourcen nicht für die Ernährung der Bewohner ausreichten. Noch heute produziert die Landwirtschaft in grossem Umfang Mais, die vorherrschende Getreidesorte. Dazu kommen der Weinbau und die Erzeugung von Futterpflanzen. Im bergigen Teil liefert nämlich die Viehzucht - zum Teil noch mit Transhumanz - dem ganzen Gebiet Milchkühe mit einer starken Erzeugung von Milchprodukten.

Allgemeine Infos über die italienische Region Friaul-Julisch Venetien

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Die komplexe Geschichte dieses Landstrichs ist bedingt durch die geographische Lage und die beiden Weltkriege, die dieses Gebiet in der ersten Hälfte des 20. Jh. erschüttert haben. Ausserdem fliessen hier verschiedene Kulturen zusammen: man denke nur an das sprachliche Panorama mit einer Vielzahl an untereinander sehr verschiedenen Dialekten und ausserdem dem Ladinischen, das mit uralten Merkmalen weiter besteht, und dem Friaulischen, das längst die Würde einer Sprache erlangt hat. Österreichische, slawische und deutsche Einflüsse sind in vielen Sitten und Gebräuchen der Bevölkerung festzustellen. In allen Aspekten des Lebens bestehen alte Traditionen weiter, einschliesslich der Küche, die bei aller Einfachheit gleichzeitig äusserst abwechslungsreich ist. War doch Triest das bedeutendste Zentrum der Mitteleuropäischen Kultur, die den verschiedenen europäischen kulturellen Zuflüssen stets offenstand, und noch heute rühmt sich die Stadt als ihre Wiege.

Andererseits besteht die Region aus drei sehr unterschiedlichen geographischen Landschaften: die Berglandschaft der Karnischen Alpen, die friaulischen Hügel voller Weingärten und der rauhe Karst, der wie von einer Laune der Natur als Rahmen um den herrlichen Golf von Triest gelegt wurde.

Mehr noch als in den Produkten, die für den Verbrauch bestimmt sind, weist die Region vielfältige Aspekte in den Zubereitungen auf. Dieses ist sowohl in der alltäglichen Küche der Fall als auch in den Rezepten, die für Rituale und familiäre Feste gedacht sind oder ganz einfach aus Sitten oder Lebensgewohnheiten entstanden, die aus Wien, Budapest oder Prag kamen. Wir beziehen uns auf die Süssspeisen, die besonders für das Gebiet um Triest charakteristisch sind. In dieser Stadt ist die Tradition der Sachertorte und der dobos noch heute lebendig in den Konditoreien und Cafes, in denen der Brauch einer Rast und eines Ideenaustauschs das immer noch heitere und gelassene Leben der Triester Bevölkerung kennzeichnet.

Wenige Kilometer, nicht mehr als zehn, reichen aus, und die Umgebung verändert sich vollständig. Man taucht ein in den Karst mit seinen osmize. Diesen Landhäusern erlaubt eine Konzession, die auf Maria Theresia von Österreich zurückgeht, nach dem einfachen Anbringen eines Zweiges am Eingang den Verkauf von ländlichen Produkten - und nur diesen - an Passanten.

Ein weiteres Gesicht des Friaul lernt man kennen, wenn sich die Region an der Mündung des Timavo und der Sternenstadt Palmanova vorbei mit ihren unendlichen Physiognomien zeigt: das Friaul der Hügel, das Friaul der grossen Weissweine, der Grappas und der wertvollen Geiste, die Oase von San Daniele mit seinen Schinken und das kleine Reich von Sauris, Domäne eines geräucherten Schinkens, der seinesgleichen sucht.

Und dazu das Obst und das Gemüse, beides berühmt, die Wurstwaren und die Käsesorten mit der meisterhaften Zubereitung des frico. Letzteres ist die absolute Synthese der Tüchtigkeit der friaulischen Hausfrau, der es unter Verwendung allein der Käsereste gelingt, aus ihnen ein Gericht zu zaubern, das in seiner Einfachheit hervorragend ist.

Diese Region wird wie vielleicht kein anderes italienisches Gebiet ausser von ihrer geographischen Lage von ihrer Geschichte gekennzeichnet. Diese kennzeichnet das Leben ihrer Bewohner sehr stark, auch da wahrscheinlich in keinem anderen Landstrich im Laufe der Jahrhunderte so vielfältige und so einschneidende Einflüsse zusammengetroffen sind.

Quelle: emmeti.it

Geschichte

Die Geschicke, die zur Auflösung des Weströmischen Reiches führten, waren sehr tumultuös und dramatisch in dieser Region, die den Barbaren ausgesetzt und ein Kreuzungspunkt zwischen Ost und West war. Aquileja, die bedeutendste Stadt der Region, wurde von Theodosius geplündert und 452 n. Chr. von Attila belagert und ausgeraubt. Danach erlangte sie nicht mehr ihre einstige Macht. Mit dieser Episode kann man den römischen Zeitabschnitt der Geschichte des nordöstlichen Teils Italiens als beendet betrachten. Was an politisch Starkem übrigblieb, organisierte sich um die christliche Kirche herum.

Die Langobarden kamen 568 n. Chr., um - anscheinend ohne auf grossen Widerstand zu treffen - Triest zu plündern und das Friaul zu besetzen. Sie verstärkten die politische Individualität der Region und machten Cividale zur Hauptstadt ihres ersten Herzogtums. Das Friaul wurde zu einem römisch-barbarischen Organismus und die Bevölkerung, die kulturell noch jene des römischen Zeitalters geblieben war (in diesen Jahrhunderten begann sich in der Tat die friaulische Sprache zu bilden, eine romanische Sprache), näherte sich allmählich an die Langobarden an. Dies geschah u.a. durch kirchliche Vermittlung, als letztere, katholisch geworden, die Wahl eines Patriarchen in Aquileja befürworteten und ihn in Cormons beherbergten.

Langobardische rechtliche Institute bestanden im Friaul noch bis zum 15. Jh. weiter. Grado, wo der legitime Patriarch blieb, und das maritime Istrien blieben im Einflussbereich von Byzanz, das die Entwicklung lokaler Autonomien befürwortete, während sich das langobardische Herzogtum in ständiger Auseinandersetzung mit den Byzantinern, den Avaren und den Slawen befand.

Unter der Herschaft der Franken wurden im Friaul ständige Garnisonen aufgestellt und Istrien wurde dauerhaft besetzt (788 n. Chr.). Die Region genoss die Gunst der Kirche und der Intellektuellen, darunter der Patriarch Paolino, Dichter und Theologe, und der Historiker und Poet Paolo Diacono. Mit der karolingischen Wiedergeburt bewegte sich die Evangelisierung vom Friaul und von Aquileja aus in Richtung jenseits der Alpen unter die Slowenen. Die Franken führten den Feudalismus ein (das Friaul wurde eine Mark, d.h. Grenzgrafschaft) und legten somit die Voraussetzungen der weiteren politischen Auflösung und der definitiven Liquidation der Überreste der romanischen Gesellschaft.

Dagegen wurde die Kirche begünstigt und Karl der Grosse begann mit einer Reihe von Schenkungen an die Patriarchen, die von seinen Nachfolgern und von den italischen Königen fortgesetzt wurde. Nach dem Fall des letzten dieser Könige, Berengar II., wurden die friaulische Mark und Istrien von Otto I. vom italischen Reich abgetrennt und mit dem Herzogtum Bayern und Kärnten vereint. Dadurch wurden sie an die germanische Welt angebunden und parallel zu dem Prozess der Potenzierung der kirchlichen Mächte fand in ihnen der Prozess der Verteilung von Land an herrschaftliche deutsche Familien statt, von denen sich viele dort niederliessen. Der Aufstieg der kirchlichen Mächte, insbesondere der Kirche von Aquileja, ist von beträchtlicher Bedeutung. Letztgenannte erhält weiterhin Schenkungen, bis Kaiser Heinrich IV. - beschäftigt mit der Rettung des Reichs - dem Patriarchen Sigeard die Grafschaft Friaul mit den herzoglichen Rechten zugesteht, einschliesslich des Cadore und der Marken Carniola und Istrien.

Übrigens vermochte auch allein die Kirche die Wiedergeburt des Friaul nach den Zerstörungen durch die schrecklichen ungarischen Einfälle vorantreiben; bereits der Patriarch Poppone (1019-1045) hatte Aquileja wieder aufgebaut und den Handel mit den Ländern jenseits der Alpen wieder zum Blühen gebracht. Um den Patriarchen herum bildet sich ein zahlreicher Adel, der ministerial genannt wird (da zu bestimmten Diensten gehalten) und sich bald dem freien oder auch kaiserlichen, zumeist germaischen Ursprungs, entgegenstellen wird. Doch das ganze 12. Jh. hindurch gehörten die Patriarchen bedeutenden deutschen Familien an und sie verfolgten eine ghibellinische Politik, wobei sie den Kaisern den Transit durch die Alpen zusicherten. Nach dem Niedergang der kaiserlichen Macht verfolgten die Patriarchen (nun aus italienischen Familien kommend) eine guelfische Politik. In dem schwächer gewordenen Patriarchat begann eine Zeit mit verwickelten Auseinandersetzungen -zwischen dem freien und dem ministerialen Adel, zwischen Udine und Cividale, der Stadtstaaten um die Autonomie - und Aggressionen von Venedig, Görz und anderen wie Ezzelino da Romano.

Bald verlor es daher Istrien, in dem Venedig den direkten Schutz der vom Graf von Görz bedrohten Stadtstaaten übernahm und mit dem Frieden von Treviso (1291) die gesamte Küste erhielt. Die Autonomie in Pola dauerte nur wenig länger. Triest gab man an die Herzöge von Österreich, um seine bescheidenen Handelsressourcen zu erhalten. Als sich die Macht Venedigs, Österreichs und Ungarns festigt, ist das Los des Patriarchats gezeichnet. Bereits nach der Ermordung des Patriarchen Bertrando di S. Genesio (nach einer von den Görzern angeführten Verschwörung im Jahre 1350) schreitet der Herzog von Österreich unter dem Vorwand, die Ordnung aufrecht zu erhalten, ein; im Folgenden führt die Macht über Udine die Familie Savorgnan zu ihrem Höhepunkt. Diese stützt sich auf Venedig, das sich immer mehr für die friaulischen Angelegenheiten interessiert.

Eine Reihe von aufeinander folgenden Verschwörungen, während derer zunächst Friedrich von Savorgnan und später der Patriarch Giovanni di Moravia ihr Leben verlieren, führt zu dem Einschreiten des Kaisers Sigismund von Ungarn und zum Krieg zwischen diesem und Venedig. Am 16. Juni 1420 reitet Tristan von Savorgnan mit dem Banner des Hl. Markus in Udine ein und auch der Graf von Görz ist gezwungen, seine Investitur von Venedig zu erhalten, das die Erbschaft von Aquileja fast vollständig erntet. Der Papst erkannte den neuen Stand der Dinge 1445 an und dem Patriarchen blieb einzig die feudale Signoria über Aquileja und über die Schlösser San Daniele und San Vito al Tagliamento.

Istrien war von den venezianischen Besitzungen die am meisten vernachlässigte. Venedig förderte dort die slawische Einwanderung, um die Landwirtschaft zu sanieren. Dem Friaul fügte die auferlegte Ruhe eine gewisse wirtschaftliche Dekadenz zu; in Udine blieb der Patriarch und ein venetischer Statthalter liess sich dort nieder.

Im Friaul gab es eine grosse Vielfalt an Ordnungen: Latisana und Pordenone, venezianischen Patriziern als Lehen verliehen, hingen direkt von Venedig ab; Cividale wurde autonom verwaltet; andere Ortschaften standen unter der Jurisdiktion kirchlicher, feudaler und kommunaler Körperschaften; das Karn war aufgeteilt in drei Verwaltungskörper: Tolmezzo, die Stadtviertel (wie S. Pietro und Socchieve), die Villen. Doch überall in Istrien und im Friaul verfiel die politische Tätigkeit in schwerem Ausmass, da Venedig den lokalen Adel von jedem öffentlichen Amt und praktisch auch vom Militär ausschloss; Adel und Volk blieben eingeschlossen in traditionelle Lebensformen und auch die Wirtschaft verfiel zunehmend.

Daher fehlt in diesem Landstrich der Glanz der Renaissance, der in anderen italienischen Regionen dem grossen künstlerischen Schaffen zugrunde lag, das an Mäzenatentum und an die Person des Signore gebunden war. Doch die Pracht der Renaissance mit dem Hofleben und den üppigen Banketten war auch der Entstehungsherd kulinarischer Traditionen, die der italienischen Küche lange Jahre den ersten Platz im europäischen Panorama verschafften. Die Küche des Friaul und des gesamten Gebietes bleibt dagegen an die gängigsten lokalen Produkte gebunden, eingeschlossen in eine wirtschaftliche und kulturelle Realität, der es an Kontakten, neuen Zuflüssen und neuen Ideen fehlt.

Man bedenke nur, dass dieselbe protestantische Reform nur einzelne Intellektuelle aktiv vorfand, doch unter den Bauern der österreichischen Besitzungen nicht viel Erfolg hatte.

Auf der anderen Seite der Grenze setzten die Habsburger in Görz einen Kapitän mit Gewalt über das gesamte Gebiet ein. In diesem gab es verschiedene feudale Signorie, während Görz, Cormons und Aquileja städtische Autonomie innehatten. In der Grafschaft wurden wie in den anderen österreichischen Provinzen die Stati provinciali beibehalten. Sie hatten die Aufgabe, Beiträge zu ermöglichen und aufzuteilen; doch Bürger und Bauern traten bald aus, während Adel und Klerus bis zum Jahr 1783 weitermachten und mit ihren Delegierten bei der Versammlung der Erbprovinzen des Österreichischen Hauses teilnahmen.

Die Verfassung des Königreichs Italien wiederum stärkte den Irredentismus - nicht nur in Istrien, sondern auch in Triest und in Görz. Der Prozess der Industrialisierung (von Triest, Monfalcone und Pola; letzteres wurde nach 1866 ein grosser Marinestützpunkt) flocht eine konsistente und gut organisierte sozialistische Partei in den politischen Kampf ein. Die internationale Situation (Tripelallianz) erschwerte dagegen häufig die Aktionen der Irredenta-Bewegung, deren wichtigste Demonstrationen in Triest und in den Städten allgemein stattfanden.

Die politische Bewegung der Katholiken fand ihre grösste Bestätigung im Gebiet von Görz. Diese Kämpfe begünstigten einen beträchtlichen kulturellen und sozialen Fortschritt und ausserdem die Bildung eines Nationalbewusstseins, sowohl unter den Italienern als auch unter den Slawen. Doch mit dem Beginn des neuen Jahrhunderts entstand viel Gewalt. Italien verfolgte bei der Teilnahme am Ersten Weltkrieg u.a. die Vereinigung von Julisch Venetien mit Italien. Der Krieg wurde zum grössten Teil auf dem Gebiet der Region selbst ausgefochten, die hart darunter litt. Östlich und westlich des Isonzo erfuhr dieser während der drei Jahre des blutigen Konfliktes hart umkämpfte Landstrich schwerste Schäden in den Häfen und im Tal des Isonzo, in dem Görz weitgehend zerstört wurde. Auf den Italienern lastete die polizeiliche Unterdrückung Österreichs und nach der Niederlage von Caporetto (1917) erlitt das Friaul die schwere Prüfung der Invasion, des Exodus eines Teils der Bevölkerung und der daraus folgenden Plünderungen.

In der Zeit nach dem 1. Weltkrieg nahm das Friaul, nachdem eine kurze Zeit sozialer Spannungen auf dem Land (es muss an die Leghe bianche erinnert werden) vorbei war, seinen Platz in der nationalen Ordnung wieder ein, während in Julisch Venetien der politische Kampf mit Gewalt weiterging. Dazu trug der Friedensvertrag bei: er brachte nach harten diplomatischen Verhandlungen eine grosse Anzahl Slawen in die neuen Grenzgebiete und mit ihnen einen starken Irredentismus aufgrund der nationalen jugoslawischen Ansprüche auf italienische Städte und aufgrund des Niedergangs der Wirtschaft - besonders in den Häfen - infolge der in Mittel- und

Osteuropa stattgefundenen Veränderungen und der Durchsetzung neuer revolutionärer politischer Bewegungen. Nachdem D'Annunzio sich in Fiume durchgesetzt hatte, wurde die Lösung dieser Fragen während des faschistischen Regimes aufgeschoben.

Im Laufe des Zweiten Weltkriegs explodierten die angestauten Gegensätze und bereits im Jahre 1942 war die aufständische slawische Bewegung aktiv, und zwar unter kommunistischer Leitung, die anti-italienisch war. Dies bestätigen die Ereignisse der tragischen Tage des Herbstes '43, als viele Italiener ihr Leben in den Karstbrunnen (foibe) verloren. Die schweren Zeiten setzten sich in der Nachkriegszeit fort, als sich die Frage der Grenzen stellte. Sie wurde verschärft von dem Ost-West-Konflikt und bewirkte einen massiven italienischen Exodus aus Istrien, das der Pariser Friedensvertrag vom 10. Februar 1947 zusammen mit dem grössten Teil des Karstgebietes Jugoslawien zuerkannte. Das ebenfalls festgelegte Territorio Libero di Trieste (Freistaat Triest) wurde aus Gründen internationaler Politik nicht durchgeführt.

Im Jahre 1954 teilte eine Vereinbarung zwischen Italien und Jugoslawien (Memorandum von London) Italien die Verwaltung von Triest und Muggia (dort endete die englisch-amerikanische Besatzung) zu und den Jugoslawen die Verwaltung von Capodistria und Pirano. Schliesslich schloss das Abkommen von Osimo (1975) diesen Streit, was die Entwicklung freundlicher und konstruktiver Beziehungen zwischen den beiden Ländern gefördert hat, sowohl auf wirtschaftlichem als auch auf kulturellem Gebiet. Die von der italienischen Verfassung angestrebte regionale Ordnung hat die Regione autonoma Friuli-Venezia-Giulia (Autonome Region Friaul Julisch-Venetien) mit der Hauptstadt Triest geschaffen, eingesetzt im Jahre 1964.

Die Folgen der Spaltung, die die neue Gebietsordnung in der vorhergehenden und traditionellen Ordnung Nordostitaliens auslöste, waren schwerwiegend - besonders am Anfang. Es wurde eine begrenzte Feihandelszone im Gebiet von Görz eingerichtet und es wurden gültige Abkommen für den Grenzverkehr getroffen. Doch immer noch unsicher ist die wirtschaftliche Entwicklung im Gebiet Monfalconese, während Triest trotz unterstützender Massnahmen seitens der Regierung das Ende seiner Schiffsbautätigkeit und eine beunruhigende Abnahme der Bevölkerung erlebt hat. Häufig lebhaft war dagegen die friaulische Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Prozess Italiens: hydroelektrische Anlagen, das Industriezentrum von Pordenone, die Entwicklung von Udine und Tolmezzo, ein Prozess der Urbanisierung und ein starker Rückgang der in der Landwirtschaft verwendeten Arbeitskräfte, die Entwicklung des Tourismus und der Strassenverbindungen (Autobahn) und schliesslich die Verringerung der Emigration.

Das kulturelle Wachstum war bemerkenswert (die Universität von Triest und später die von Udine) und es entwickelten sich vielversprechende Interessen für die Kulturen jenseits der Grenzen. Die regionale Ordnung begünstigt die linguistischen und kulturellen Rechte der nationalen und subnationalen Gemeinschaften. Daraus ergibt sich das Problem der Suche nach neuen Gleichgewichten und sozialen Strukturen und eine lebhafte politische Debatte wird bewirkt; im Friaul bestätigte sich die katholische Präsenz mit der christlich-demokratischen Partei als Mehrheit, wogegen in Triest diese Debatte und die anhaltende Krise eine stark protestierende Autonomiebewegung wiederbelebten.

Die Region Friaul Julisch-Venetien hat gewiss von allen Regionen Italiens die grössten historischen, die Jahrhunderte hindurch bis in unsere Tage andauernden Qualen erlitten. Sitten, Gebräuche und kulinarische Traditionen sind im Laufe der Jahre ohne grosse Veränderungen oder Bereicherungen überliefert worden. Sie wurden dabei wesentlich von den Einflüssen der Kulturen jener Völker, mit denen dieses Land in Berührung gekommen ist, gekennzeichnet.

Quelle: emmeti.it


Triest

Mehr als nur ein Hauch des alten Habsburg liegt heute noch über dem Landstrich zwischen Grado und Triest. Bis 1918 wehten über dem berühmten Badeort auf der Laguneninsel wie über der geschäftigen Hafenstadt an der oberen Adria die Farben der Donaumonarchie. Triest war im 19. Jahrhundert eine mitteleuropäische Metropole und Österreichs Tor zur Welt: reich, prächtig und geprägt von einem kosmopolitischen Kaufmannsgeist, mehr an Wien und Budapest erinnernd als an italienische Städte. Ganz in der Nähe liess Erzherzog Maximilian sein Traumschloss Miramare bauen, und hoch über der Steilküste des Karst dichtete Rainer Maria Rilke in Duino seine ersten Elegien.

Triest sei eine wunderbare und merkwürdige Stadt, urteilte der Schriftsteller Hermann Bahr bei seinem Besuch 1909, man habe den Eindruck, ›nirgends‹ zu sein. Noch heute umfängt den Besucher der Hauptstadt von Friaul und Julisch-Venetien eine eigenartige Atmosphäre ausserhalb von Raum und Zeit, eine Stimmung, die den triestinischen Autor Claudio Magris zur Metapher von der «Abstellkammer der Zeit» inspirierte. Natürlich hat Triest auch prächtige klassizistische Paläste und viele Kunstschätze zu bieten, doch seine ganz besondere Faszination verdankt es seiner Geschichte als Schmelztiegel der Kulturen, als Grenzstadt zwischen Ost und West. Noch immer ist der Zielort des ersten Zuges, der Triest im frühen Morgengrauen verlässt, Moskau. Triest ist eine Stadt voller Poesie. Und beim Gang durch die Altstadt, beim Flanieren an der Hafenmole und während man aufs Meer hinausblickt, ist das urbane Fluidum zu spüren, das Dichter und Schriftsteller zu grossen Werken anregte.

Siehe auch: Triest


Udine

Udine bereitet seinen Besuchern einen freundlichen Empfang. Die Stadt, die sich um einen Moränenhügel erstreckt, der das Castello trägt, bezaubert mit ihren kleinen Osterie und eleganten Geschäften – mit gemächlicher, stilvoller Lebensart. Alpenländische und venezianische Einflüsse prägen das Stadtbild und sorgen für eine spannungsvolle Atmosphäre.

Erstmals tauchte Udine im Jahr 983 in den Annalen der Geschichtsschreiber auf, doch erst im Hochmittelalter sollte sich aus der kleinen Häuseransammlung um das Castello eine Stadt von einiger Bedeutung entwickeln. Nachdem Kaiser Friedrich II. Udine 1223 das Marktrecht verliehen hatte, verlegte der Patriarch Berthold von Andechs seinen Sitz von Cividale nach Udine und setzte damit ein Signal für den städtebaulichen Aufschwung. 1420 fiel Udine mit dem gesamten Friaul an Venedig, dessen Hegemonie es bis zum Ende der Markusrepublik 1797 unterstand. Udine avancierte zur bedeutendsten venezianischen Stadt im Friaul, eine Entwicklung, die sich in der Errichtung zahlreicher repräsentativer Bauten manifestierte. Heute ist die wohlhabende Stadt beliebtes Einkaufsziel für Besucher aus dem ganzen Ostfriaul.


Grado

Grado ist ein kleines Eiland, das durch einen ca. 5 - 6 km langen Naturdamm mit dem Festland verbunden ist. Die Insel ist nur einige Kilometer lang und nur wenige 100 Meter breit. Grado hat zwei Orte: Pineta und Grado.. Der Hauptort Grado unterteilt sich widerum in Neu- und Altgrado. Das neue Grado ist eine moderne Fussgängerzone mit vielen Geschäften, Bars, etc. Schnickschnack kann man hier ebenso kaufen wie Designermode. In der Altstadt scheint die Zeit noch stehengeblieben zu sein. Schnucklige Häuschen, verwinkelte Gassen mit Kopfsteinpflaster, historische Bauten und Ausgrabungen bestimmen das Erscheinungsbild. Zu erwähnen ist hier besonders die Basilica di St. Eufemia aus dem Jahre 579.

Die Küche - Usprung und Traditionen

Weine aus dem Friaul



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