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Sardinien

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Sardinien

David Herbert Lawrence, berühmter englischer Schriftsteller, liebte Italien. Er durchquerte das Land, sehr oft auch zu Fuss. Sardinien begeisterte ihn so sehr, dass er der Region sogar ein Buch, Sea and Sardinia, widmete. Darin schrieb er: Sardinien liegt ausserhalb der Zeit und der Geschichte. Selbstverständlich kann kein Ort ausserhalb der Zeit und der Geschichte liegen. Und doch enthält die Behauptung von Lawrence eine poetische Wahrheit, die ein alle Sardinienreisende verbindendes Gefühl ausdrückt: das Gefühl, sich in einem Land zu befinden, wo die beeindruckende Schönheit der Natur, die Klarheit des Meeres, der zurückhaltende und aufrichtige Charakter der Leute, der köstliche Geschmack der typischen Speisen, die alten Traditionen, die Veranstaltungen sardischer Kultur sich nie ändern werden; trotz dem Geschichts- und Zeitablauf.

Auf dieser herrlichen Insel haben sich die Phöniker, Karthager, Römer, Araber, Byzantiner, Spanier angesiedelt: Sardinien hat diese verschiedenen Einflüsse ausgearbeitet und in die eigene Kultur aufgenommen, hat es aber nicht zugelassen, dass sein Herz davon betroffen oder gar verändert würde, so wie das eigentliche Herz Sardiniens, das Gebiet des Gennargentu (heute Nationalpark), den Fremden immer unzugänglich blieb.

Das macht einen Urlaub in Sardinien auch so einmalig und originell. Der Besucher fühlt sich durch diese Unwandelbarkeit versichert, als ob alles hier, auch in den modernsten Teilen der Insel, authentischer und wirklicher wäre als woanders. Das gilt für Cagliari wie für Nuoro, Sassari und Oristano, Alghero und die Costa Smeralda,überall dort, wo der Besucher beschliesst, das herrliche Meer zu geniessen oder ein Museum zu besuchen, das Geheimnis der Nuraghi zu erforschen oder eine typische Speise zu kosten. Überall wird er das Gefühl haben, das Richtige im richtigen Augenblick und am richtigen Ort zu tun.

Allgemeine Infos über die italienische Region Sardinien

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Urlaubsplanung

Anreisemöglichkeit


Überblick

Italienisch Sardegna, italienische Insel im Tyrrhenischen Meer, durch die Strasse von Bonifacio vom französischen Korsika getrennt, 24'090 km2, 1,7 Mio. Einwohner (Sarden); Hauptstadt Càgliari. Sardinien ist nicht stark gegliedert, die hafenarme Ostküste weist nach Italien, die Westküste ist die offenere. Die gebirgige, waldarme Insel (im Gennargentu-Massiv 1834 m) ist vorwiegend von Macchie bedeckt. Durch den Südwesten zieht die 20 km breite Ebene Campidano, die das erzreiche Bergland Iglesiente abtrennt; den Nordwesten nimmt das vulkanreiche Logudoro ein; im Norden Korkeichenwälder. Der oft nur mit künstlicher Bewässerung mögliche Ackerbau liefert Weizen, Wein, Südfrüchte, Mandeln und Öl; Schaf- und Ziegenhaltung; die Fischerei erbringt Sardinen, Langusten und Thunfisch; reich ist Sardinien an Zink und Blei, ferner an Mangan- und Antimonerzen. Trotz planmässiger Industrialisierung wandern viele Bewohner ab. Der Fremdenverkehr wächst.

Geschichte Die prähistorische Kultur der Insel bezeugen die Nuragen (Megalithbauten) bei Barumini (Weltkulturerbe seit 1997). Sardinien wurde erstmals in ägyptischen Quellen im 13. Jahrhundert v. Chr. genannt, seit dem 9. Jahrhundert v. Chr. von Phöniziern besiedelt, 540 v. Chr. unter Herrschaft der Karthager, 238 v. Chr. römische Provinz, gehörte im 5./6. Jahrhundert n. Chr. zum Wandalen-, später zum Byzantinischen Reich, 1165 kaiserliches Lehen Pisas, fiel 1297 an Aragón, 1713 an Österreich, kam 1720 durch Tausch gegen Sizilien an Savoyen, dessen Herzöge den Titel König von Sardinien führten. 1848 schloss sich Sardinien der Erhebung Mailands gegen Österreich an; war führend im Kampf um die nationale Einigung Italiens, seit 1948 Region Italiens mit Sonderstatut.

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Sardinien

Mit einer Fläche von rund 24'000 km² ist Sardinien die zweitgrösste Insel des Mittelmeers. Von der im Norden liegenden, zu Frankreich gehörenden Insel Korsika wird sie durch die Strasse von Bonifacio getrennt. Vom italienischen Kontinent, wie die Sarden Italien nennen, trennt sie das Tyrrhenische Meer.

Sardinien ist ein Teil Italiens, eine autonome Region. Es ist eine Insel voller Geheimnisse und widersprüchlicher Fremdheit. Man gerät unversehens wenige Kilometer von der Küste entfernt in unzugängliches Bergland, wo nur die Gesetze der Natur und das Recht des Stärkeren zu gelten scheinen. Man wird versöhnt durch den Anblick von Schafherden und silbernen Ölbäumen, wird durch die Nuragen, jene kegeligen Steinbauten und Wahrzeichen der Insel, zurückversetzt in eine über 3000 Jahre zurückliegende Zeit und sieht Korkeichen mit nackten, braunen Stämmen in sonnengelben Feldern. Nicht weniger typisch sind das türkis und kristallklar funkelnde Wasser und der goldene Sand der Strände. An der Costa Smeralda, der Smaragdküste, im Nordosten hat sich ein ausgedehntes Touristengebiet entwickelt. Der Wohlstand dort steht im Kontrast zu der nicht selten anzutreffenden Armut der Insulaner.

Sardinien ist eine gebirgige Insel, die im Osten im Gennargentu-Massiv 1834 m Höhe erreicht. Nur im Südwesten gibt es mit der fruchtbaren Campidano-Ebene ein grösseres Flachland. Während im Westen der Insel sanftes Hügelland landschaftsbestimmend ist, wird der Osten von einem schluchtenreichen Bergland eingenommen, das in einer schroffen Felsküste zum Meer abfällt. Im Norden gibt es ausgedehnte Korkeichenwälder, ansonsten überzieht das niedrige Gestrüpp die Insel.

So vielfältig wie die Landschaft ist auch die Bevölkerung der Insel. Die Sarden vereinen verschiedene Rassen, Charaktere und Sprachen. Es gibt allein drei sich völlig voneinander unterscheidende Hauptsprachen auf der Insel. Sie sind ein Kaleidoskop der zahlreichen Kulturen, die mit den Eroberern auf die Insel gekommen sind. Die fremden Herrscher hinterliessen eindrucksvolle Kirchen, Burgen und Türme; aus der Jahrtausende währenden Unterdrückung rührt aber auch eine unverkennbare Egozentrik der Sarden. Dunkle Augen in verschlossenen Gesichtern schauen jeden Fremden prüfend an, skeptische Zurückhaltung oder Gastfreundschaft im Blick.

Die Bevölkerung lebt noch weitgehend von der Landwirtschaft, dem Anbau von Getreide und Wein, Oliven und Obst, Gemüse und Tabak. Im Bergland werden Schafe und Ziegen gehalten. Die Sarden gelten als Experten für Viehzucht. Bekannt sind die sardischen Webereien und Stickereien, die sich in einer reichen Volkstracht, auch der Männer, niederschlägt. Seit langem versucht man, auch Industrie auf Sardinien anzusiedeln, Metall verarbeitende Fabriken und Chemiewerke, mit unterschiedlichem Erfolg. Der Tourismus hat zweifellos als Wirtschaftszweig seine Bedeutung, auch wenn seine Auswirkungen bei den Sarden nicht unumstritten sind. Hauptanziehungspunkte für die Urlauber sind die buchtenreichen Sandstrände der modern erschlossenen Costa Smeralda nördlich der Hafenstadt Olbia. Ein zweites, wesentlich älteres Fremdenverkehrszentrum befindet sich im Nordwesten der Insel mit dem Fischereihafen und Seebad Alghero als Mittelpunkt.

Eine Besonderheit Sardiniens bilden die überall auf der Insel verstreut vorkommenden, rätselhaften Nuragen. Diese einzeln oder in Gruppen stehenden, gedrungenen Turmbauten sind aus grossen Steinblöcken ohne die Benutzung von Mörtel aufgeschichtet und gehen zum Teil auf das zweite Jahrtausend v. Chr. zurück. Nach wie vor ist ungeklärt, ob sie als Festungsbauten, Wachtürme oder Grabstätten genutzt worden sind. Bei dem Ort Barumini im Süden Sardiniens befindet sich das bedeutendste, aus fast 400 Häusern bestehende Nuragendorf, das mit einem mächtigen, von Türmen umgebenen Zentralbau ausgestattet ist.

Herbe Inselschönheit mit vielen Gesichtern

Sardinien – der Name weckt Vorstellungen von wilder Schönheit, von felsgesprenkelten Sandstränden an klarem Wasser und sonnendurchglühten Fischerdörfern. Tatsächlich werden hier Träume wahr – die Mittelmeerinsel bietet das alles und noch viel mehr.

Nach Sizilien ist Sardinien die zweitgrösste Insel Italiens und des gesamten Mittelmeeres, 23'813 km² gross, mit den vorgelagerten Eilanden sogar 24'089 km². Auf einer Länge von 280 km und einer Breite von 145 km findet man eine schier unglaublich vielfältige Landschaft . Berge, Felsküsten, Wiesen, Laubwälder, Täler und Hochebenen sowie rund 1800 km Küste mit Stränden, Buchten und Fjorden brachten die Sarden auf den Gedanken, ihre Insel als einen eigenen Kontinent zu bezeichnen. Man erzählt sich, als Gott die Erde erschaffen hatte, habe er von jedem Teil der Welt noch einige Steine, Erde, Blumen, Büsche und Bäume übrig gehabt. Aus diesen habe er Sardinien geformt, ein wunderschönes Flickwerk, nicht nur vor den Augen des Herrn.

Gigantengräber und Feenhäuser, doch keine märchenhafte Vergangenheit

Auf der Insel siedelten schon früh Menschen, von denen das Volk der Nuraghen (2000–600 v. Chr.) die ungewöhnlichsten Spuren hinterliess. Die Zeugen ihrer Kultur sind einzigartig. Überall auf Sardinien erheben sich gewaltige, bis zu 20 m hohe konische Steintürme, mehr als 7000 solcher ebenfalls Nuraghen genannten Bauwerke wurden gezählt. Nicht alle haben freilich die Zeit so gut überdauert wie z. B. der Nuraghe Su Nuraxi von Barumini nördlich der Inselhauptstadt Cagliari. Wahrlich riesig wirken auch die oft vornuraghischen Steinsetzungen, wie sie in grosser Anzahl in der Gallura, vor allem um das Städtchen Arzachena, zu finden sind. Nicht umsonst werden sie im Volksmund Tombe dei Giganti, ›Gigantengräber‹, genannt. Um die gangartigen Sippengräber ranken sich allerlei Geheimnisse, und nicht wenige Inselbewohner vermuten eine heilsame Wirkung auf Seele und Körper. Eindrucksvoll sind schliesslich auch die Domus de Janas, so genannte Feenhäuser. Es handelt sich um in Felsen geschlagene Grabstätten, die aus mehreren Kammern bestehen können und besonders eindrucksvoll in der Gegend um Macomer zu besichtigen sind.

Spätere Eroberer hinterliessen ebenfalls ihre Spuren, Phönizier (600–200 v. Chr.) und Römer (238 v. Chr.–300 n. Chr.) etwa in Gestalt der ausgedehnten Ruinenstadt Nora. Deren Mosaikböden, Prachtstrasse, Tempelreste und nicht zuletzt die ausgedehnten Hafenanlagen beeindrucken Besucher noch heute. Einen in gewisser Weise bleibenderen Eindruck hinterliess Aragon-Katalonien (14.–18. Jh.). Noch heute gilt Alghero an der Nordwestküste Sardiniens als die katalanischste Stadt ausserhalb Spaniens, was nicht nur an den prächtigen Palästen aus der damaligen Zeit liegt. Grosse Teile der Stadtbevölkerung sprechen noch heute mit Stolz einen katalanischen Dialekt. Sogar die hübschen Strassenschilder aus bunter Keramik sind zweisprachig beschriftet.

Auf die Spanier geht übrigens auch die heutige Form des sardischen Wappens zurück, dessen Anfänge sich im Dunkeln verlieren. Es zeigt auf weissem Grund vier schwarze Kopfsilhouetten, die durch ein rotes Kreuz voneinander getrennt sind. Die ›Mohrenköpfe‹ wurden ursprünglich mit Stirnbändern abgebildet. Zu Beginn des 14. Jh. aber erscheinen diese in den Gesichtern der Schwarzen und wurden so zu Augenbinden. Unklar bleibt, ob es sich bei dem ›Ausrutscher‹ um einen Kopierfehler oder um politische Absicht handelte. Die sardische Autonomiebewegung führt das Wappen jedenfalls mit über der Stirn getragener Binde und offenen Augen.

Mit allen Sinnen geniessen

Sardinia, wie die Sarden ihre Heimatinsel (italienisch Sardegna) nennen, empfängt Gäste bereits bei der Ankunft mit einem unvergleichlichen Duft von Rosmarin, Thymian und Oleander. Ob man mit dem Flugzeug in Cagliari oder der Fähre in Olbia ankommt, auf der Weiterfahrt entfaltet sich der inselspezifische Geruch noch intensiver. Beispielsweise an die kilometerlangen, feinsandigen Strände der Costa Rej im Südosten, einer wahrhaft ›königlichen Küste‹. Ihr Gegenstück im Westen, die Costa Verde, kann mit meterhohen Sanddünen aufwarten. Eine Bucht für jeden Geschmack und glasklares Meer bietet die als Urlaubsort der Reichen und Schönen berühmt gewordene Costa Smeralda im Nordosten. Auch der vorgelagerte Archipel von La Maddalena zeichnet sich durch saubere Strände und fantastische Tauchgründe aus. Schwimmer und Taucher, Surfer und Segler kommen hier absolut auf ihre Kosten, die zahlreichen Sporthäfen der Region wie Porto Cervo oder Santa Teresa di Gallura sind modern und mit allem Komfort ausgestattet.

Das leibliche Wohl kommt bei einem Sardinienurlaub ebenfalls garantiert nicht zu kurz. Mit Olivenöl und frischen Kräutern zaubern die Inselköche aus Fisch oder Meerestieren, Wildschwein, Lamm oder Zicklein köstliche Delikatessen. Genauso empfehlenswert sind hausgemachte Teigwaren, etwa mit Ricotta gefüllte Ravioli. Unbedingt probieren sollte man eine der vielen sardischen Brotspezialitäten, z. B. das Pan carasau oder carasatu, italienisch Carta di musica, also ›Notenpapier‹, ein hauchdünnes, knackiges Hirtenbrot. Es wird frisch oder heiss aufgebacken, mit Rosmarin und Olivenöl gewürzt, serviert. Pecorino, der typische Schafskäse, und ein süffiger Cannonau, Rotwein von der Insel, runden ein typisches Mahl ab.

Farbenpracht der Natur

Von dunklem Rost- bis leuchtendem Hellrot changieren die schroffen Porphyrklippen von Arbatax im Sonnenlicht. Nördlich davon liegt die herbschöne Gallura mit ihrem charakteristischen graurosafarbenen Granit. Wind und Wetter schliffen die Kanten ab und formten aus dem harten Stein Bären und Elefanten, oder was immer die menschliche Fantasie in den Felsformationen zu erkennen glaubt.

Ganz anders ist das tiefgrüne Inselinnere geartet, das beispielsweise in der Barbágia von dunklen Macchiawäldern mit hohen Stein- oder Flaumeichen geprägt ist. Im Gegensatz dazu bietet das karge, kalkweisse Gebirge des Supramonte lediglich Schaf- und Ziegenherden magere Weiden. Das Leben der Hirten dort war entbehrungsreich, der Zusammenhalt der Grossfamilie überlebenswichtig. Häufig standen jedoch die Ansprüche der wechselnden Fremdherrscher im Gegensatz zur Tradition. In dieser verzweifelten Situation gerieten die sardischen Hirten oft mit dem Gesetz in Konflikt, worauf sich ihr schlechter Ruf als Banditen gründete. Heute versteht man die Gründe besser, weist auf Jahrhunderte der Unterdrückung durch Römer, Spanier, Österreicher und schliesslich Italiener hin. Diese Seite der Geschichte erzählen die Murales, grossflächige Wandbilder, in vielen Dörfern der Insel. Orgosolo beispielsweise ist für seine politischen Grafitti bekannt. Doch mittlerweile sorgt der Tourismus in den Bergen des Inselinneren für Aufschwung. Besonders beliebt sind Fuss- oder Radwanderungen durch Hochtäler und Bergwälder, in denen man mit etwas Glück Wildschweine oder Wildpferde beobachten kann.

Erdgebunden und himmelwärts

Tausende von Grotten haben sich in den karstigen Felsformationen der Insel gebildet. Sieben Tropfsteinhöhlen stehen Touristen zur Besichtigung offen. Die vielleicht schönste ist die Grotta Is Zuddas bei Santadi mit ihren von Mineralien bunt gefärbten Wänden. Dort hängen die Stalaktiten nicht einfach wie dicke Eiszapfen nach unten, sondern lösen sich in zarteste Kristallgebilde auf, die in alle Himmelsrichtungen zeigen. Dafür kann die Grotta di Ispinigoli bei Dorgali mit einem 38 m hohen Stalagmiten aufwarten, dem höchsten in Europa.

Vor allem in der nordlichen Inselhälfte lockt eine unglaubliche Anzahl von Kirchen und Kapellen. Ihre schwarz-weissen Querstreifen kennzeichnen viele als pisanisch, etwa die Basilika Santissima Trinità di Saccárgia. Doch auch schlichtere romanische, gotisch-katalanische und barocke Gotteshäuser kann man bewundern – eine schier unerschöpfliche Fundgrube für Kulturreisende.

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Geschichte, Kunst, Kultur im Überblick

1395 Eleonora d’Arborea, bereits 1383 zur Richterin des Judikats Arborea ernannt, erlässt die ›Carta de Logu‹, ein in sardischer Sprache verfasstes Straf- und Zivilgesetzbuch, das offiziell bis 1827 in Kraft bleibt.

1404 Eleonora d’Arborea, die bis heute auf ganz Sardinien als Nationalheldin verehrt wird, stirbt an der Pest. Mit ihrem Tod ist der Kampf um Unabhängigkeit schon fast verloren.

1409 Nach der Schlacht von Sanluri wird das Judikat Arborea aufgelöst, Aragón beherrscht nun die gesamte Insel.

1479 Ferdinand II. von Aragón heiratet Isabel von Kastilien, ihre beiden Reiche werden zum Königreich Spanien vereint. Auf Sardinien treiben die spanischen Feudalherren mit Repressalien und Ausbeutung ihr Unwesen. Die Landbevölkerung verarmt immer mehr. Pestepidemien und wiederholte Überfälle arabischer Piraten dezimieren die Bevölkerung.

1617 Aus einem 1562 gegründeten Jesuitenkolleg geht die Universität von Sassari hervor.

1626 Gründung der Universität Cagliari unter spanischer Herrschaft.

1701–1714 Der letzte spanisch-habsburgische König Carlos II. stirbt 1700 ohne männlichen Nachkommen und löst damit den Spanischen Erbfolgekrieg aus. Im Frieden von Utrecht (1714) wird Sardinien Österreich zugesprochen.

1718 Im Frieden von London geht Sardinien im Tausch gegen Sizilien an die Herzöge von Savoyen-Piemont. Zusammen mit den Festlandsbesitzungen bildet die Insel das Königreich Sardinien. Die wirtschaftliche Lage der Landbevölkerung verbessert sich auch unter den neuen Herrschern nicht, sodass sich Tausende gezwungen sehen, als Banditen durchs Land zu ziehen.

1738 Ligurische Fischer, die aus nordafrikanischer Sklaverei freigekauft wurden, siedeln auf der vorgelagerten Insel San Pietro.

1799 Carlo Emanuele VI. flieht vor Napoleons Truppen nach Sardinien und ist damit der erste savoyische König, der sardischen Boden betritt. Mit seiner ausschweifenden Hofführung macht er sich keine Freunde.

1815 Sein Sohn Carlo Felice bemüht sich, die rückständige Infrastruktur der Insel zu modernisieren. Ihm verdankt Sardinien die Nord-Süd-Strassenverbindung zwischen Porto Tórres und Cagliari, die noch heute nach ihm benannt ist.

1820 Der ›Erlass zur Einfriedung von Land‹ soll es armen Kleinbauern ermöglichen, durch Einzäunen Landeigentum zu erwerben. Von dieser Bodenreform profitieren jedoch hauptsächlich Grossgrundbesitzer. Leer gehen die Hirten aus, denn sie dürfen die nun eingezäunten Weiden nicht mehr nutzen. Es kommt zu Aufständen, und das Banditentum greift weiter um sich.

1835 Abschaffung des Feudalsystems. Für ihre Freiheit sollen die Dörfer jedoch hohe Ablösesummen an die ehemaligen Feudalherren zahlen. Viele Sarden wandern aufs Festland aus.

1855 Giuseppe Garibaldi siedelt sich als Bauer auf der zum La Maddalena-Archipel gehörenden Insel Caprera an. Von dort aus leitet er 1860 den ›Zug der Tausend‹ nach Sizilien und vertreibt die spanischen Bourbonen aus Neapel.

1861 Sardinien wird Teil des Vereinten Königreiches Italien. König Vittorio Emanuele II. aus dem Hause Savoyen tritt sein Stammland Savoyen an Napoleon III. von Frankreich ab.

1871 Grazia Deledda, später Sardiniens bedeutendste Dichterin, wird in der Provinzhauptstadt Nuoro geboren.

1880 Bau der ersten Eisenbahnstrecke zwischen Cagliari und Sassari. Abholzung der sardischen Wälder auch für Eisenbahnschwellen in anderen Regionen Italiens.

1915–18 Die Brigata Sassari zeichnet sich im Ersten Weltkrieg im Kampf gegen Deutschland und Österreich durch besondere Tapferkeit aus.

1921 Gründung der Sardischen Aktionspartei Partito Sardo d’Azione, die mehr Autonomie für die Insel fordert.

1923 Mussolini besucht Sardinien und initiiert kurze Zeit später die Entwässerung der ungesunden, von Malaria verseuchten Sumpfgebiete an der Küste. Ausserdem fördert er den Bergbau.

1926 Grazia Deledda erhält den Nobelpreis für Literatur.

1943 Die Alliierten bombardieren die Städte Cagliari, Alghero und Olbia.

1946 Ausrufung der Italienischen Republik am 2. Juli.

1948 Sardinien erhält als Autonome Region Italiens einen Sonderstatus mit weitreichenden Rechten zur Selbstverwaltung und wird in drei Provinzen (Cagliari, Sassari und Nuoro) eingeteilt. Inselhauptstadt wird Cagliari.

1950 Gründung der Cassa per il Mezzogiorno zur Förderung des unterentwickelten italienischen Südens, zu dem auch Sardinien gehört. Gelder für den Aufbau der petrochemischen Industrie fliessen auf die Insel. Die Sarden versprechen sich Arbeitsplätze, die jedoch grösstenteils mit Fachpersonal vom italienischen Festland besetzt werden.

1951 Schlechte Ernten ziehen eine Hungersnot nach sich. Tausende Sarden verlassen ihre Heimatinsel, um auf dem Festland Arbeit zu suchen.

1962 Gründung des Consorzio Costa Smeralda unter dem Vorsitz Karim Aga Khans, des geistig-religiösen Oberhaupts der Ismailiten. An der felsigen Küste im Nordosten Sardiniens entsteht ein Urlaubsparadies für Reiche, der Beginn des sardischen Tourismus.

1974 Gründung der vierten sardischen Provinz Oristano. Zunächst soll sie Arborea heissen, dann erhält sie doch, wie in Italien üblich, den Namen der Provinzhauptstadt Oristano. Das Land für die neue Provinz müssen die Nachbarprovinzen Cagliari und Sassari abtreten.

ab 1980 Sardinien erlässt Umweltschutzbestimmungen, etwa zur Wiederaufforstung des Waldes im Inselinneren.

1990 Die sardischen Kommunen erhalten ein verstärktes Recht auf Selbstverwaltung. Vor allem in der zentralen Barbágia werden gleichwohl Forderungen nach weiter reichender Autonomie laut.

1999 Das Sardische wird vom italienischen Parlament als eigenständige Sprache anerkannt. Es ist nun gleichberechtigt neben dem Italienischen, kann z. B. an den Schulen unterrichtet werden. Von den Sarden wird die Anerkennung ihrer Sprache als grosser Sieg gefeiert.

2000 Der Neubau des Museo Archeologico von Nuoro wird eröffnet.

2001 Im Juni wird an der Costa del Sud das illegal errichtete Luxushotel Baia delle Ginestre abgerissen. Wie am Golf von Neapel und auf Sizilien zeitigt nun auch auf Sardinien die Regierungskampagne zum Schutz der Landschaft erste Erfolge.

Quelle: www.wissen.de

Die Küche - Usprung und Traditionen

Weine aus der Region

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Sardinien wurde von Italien.ch mit 4.1 Punkten bewertet
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